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Der Bauerngarten auf Hamburger Art

Viele Gärten werden mittlerweile nach rein ästhetischen Gesichtspunkten angelegt. Die Nutzung der Fläche zum Anbau von Obst und Gemüse wird dagegen vernachlässigt. Das verwundert nicht, schließlich lassen sich alle Lebensmittel bequem im Supermarkt bekommen. Dennoch ist die Tradition des Bauerngartens nie völlig ausgestorben. Durch ihn ernähren sich auch heute noch viele Menschen ebenso bewusst wie gesund.

Nicht zur Erholung geeignet

Der Bauerngarten ist ein reiner Nutzgarten. Die zur Verfügung stehende Fläche wird konsequent zum Anbau von pflanzlichen Nahrungsmitteln verwendet. So gedeihen hier Obstbäume, allerlei Gemüsesorten sowie Kräuter und Gewürze. In der Regel wird auf die Aussaat von Blumen gänzlich verzichtet. Werden sie dennoch gepflanzt, so beanspruchen sie meist nur einen kleinen Raum für sich und können zudem für Öle oder Tinkturen verwendet werden. Der überwiegende Teil des Gartens dient jedoch der Ernte von Kürbissen und Kartoffeln, von Tomaten oder natürlich den vielfältigen Obstsorten. Meist befindet sich in der Nähe der Beete auch ein Brunnen oder eine anderweitige Wasserstelle. Der Garten ist somit eine in sich geschlossene Einheit.

Der Hamburger Bauerngarten

Nutzgärten waren über Jahrhunderte ein fester Bestandteil der Selbstversorgung. Jedoch gab es regionale Unterschiede. Eine einheitliche Prägung konnte daher nicht entstehen. Allerdings hat sich der sogenannte Hamburger Bauerngarten als Grundform entwickelt. Er fällt zunächst durch seine Struktur auf: So besteht der Garten aus einer viereckigen Grundfläche, welche mit einer Hecke oder einem Zaun eingefriedet wird. Ein rechtwinkliges Wegkreuz unterteilt den Garten in vier meist gleich große Teile. In diesen sind die insgesamt vier Beete angeordnet. In der Mitte des Wegkreuzes und somit exakt zwischen allen vier Beeten steht zudem in vielen Fällen der Brunnen. Der Sinn bestand darin, auf relativ kleiner und kompakter Fläche den größtmöglichen Ertrag zu erwirtschaften.

Die vier unterschiedlichen Beete

Das Herzstück des Bauerngartens sind die vier Beete. Sie wurden nicht wahllos bepflanzt, sondern enthielten nur jene Gewächse, die zuvor sorgfältig ausgewählt waren. So wurde der erste Teil meist mit Gemüse bestellt. Im zweiten befanden sich diverse Obstsorten. Dagegen waren im dritten Quadrat häufig die Kräuter beheimatet. Lediglich die vierte Fläche diente dem eigenen Belieben. Hier wurden Blumen gezogen oder weitere Gemüsearten angebaut. Der Weg führt nicht nur durch alle vier Beete hindurch, sondern auch um diese herum. Er sollte genug Platz für eine Schubkarre bieten, die für die Gartenarbeit notwendig ist. Somit existiert auch ein Zugang zu der umzäunenden Hecke. Diese besteht nicht selten aus Buchsbaum, welcher heilende Kräfte gegen organische Beschwerden beinhaltet. Zwischen der Hecke werden zudem kleinere Kräuter angepflanzt.

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