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Das ist wahre Liebe zum Detail: Japanischer Garten

Nicht immer lässt sich die Gestaltung der Gärten von kurzzeitigen Trends oder Stilepochen beeinflussen. Teilweise reift sie über Jahrhunderte, verändert sich dabei stets und bleibt sich selbst doch immer treu. Ein japanischer Garten verbindet moderne wie traditionelle Elemente und vereint naturbelassene wie klar geformte Strukturen zu einem einzigartigen Gesamtkunstwerk.

Aus unterschiedlichen Einflüssen entstanden

Bereits im 11. Jahrhundert begann die japanische Gartenbaukunst. Das geschah zu einer Zeit, als sich Japan vielen Lebensweisen öffnete, die traditionell in China beheimatet waren. Von hier wurde auch die Architektur von Häusern und Grünflächen übernommen. Deren Zielsetzung lag darin, eine Harmonie zwischen allem zu erreichen. Der Mensch war dabei nur ein Teil des Ganzen. Die Natur, die Elemente, die Tiere oder der Himmel gehörten jedoch ebenso dazu. Häufig wurde ein japanischer Garten daher nicht nur mit Pflanzen bestückt. Von ihnen gab es ohnehin nur sehr wenige, die würdig waren, diesen Einklang herzustellen. Dazu zählten die Trauerweide, der Bambus, Kiefern oder die Winterkirsche. Kleine Bauwerke wie Brücken und Häuser wurden zudem mit Gewässern in einem solchen Garten vereint, mussten sich jedoch der Landschaft anpassen.

Kunst und Religion prägten den japanischen Garten

Weitere Einflüsse des Gartenbaus wurden der Kunst entnommen. Sie umfasste unter anderem die Dichtung, die Malerei, die Kalligrafie und die Bildhauerei. Auch ihnen kam der Zweck zu, dem Menschen zu innerer Harmonie zu verhelfen. Auf den Garten übertragen hieß das, einen Ort der inneren Einkehr und Ruhe zu errichten. Dies geschah etwa damit, dass auch religiöse Einflüsse die Struktur des japanischen Gartens prägte. Hierbei spielte die Lehre des Feng Shui eine wichtige Rolle: Der Garten sollte die Energie von Gegenständen und Lebewesen in die richtige Balance bringen. Bauwerke und Pflanzen sind in einem japanischen Garten daher mit sehr viel Sorgfalt angeordnet. Es gibt dort nichts, was unachtsam oder wahllos errichtet worden wäre.

Der Zen-Garten als Sonderform

In den traditionellen Gärten japanischen Ursprunges kommt der Bepflanzung daher eine untergeordnete Rolle zu. Sie teilt sich den vorhandenen Platz mit kleinen Tempeln, Pavillons und Brücken. Ebenso mit Teichen, Wandelgängen und Aussichtspunkten. Weitaus karger ist jedoch der Zen-Garten errichtet. Er kam mit dem Buddhismus ebenfalls aus China nach Japan und wird nach einer religiösen Anschauung erbaut. Auf Pflanzen wird hierbei fast gänzlich verzichtet. Einzig Moose dürfen wachsen. Sie bekommen ihren Halt auf den Steinen und Felsen, die in einem solchen Garten verwendet werden. Wasser findet dagegen keinen Zugang. Diese beinahe asketische Form des Gartenbaus soll einen Rückzugsort für die Meditation gewährleisten.

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