Vielfältig und nachhaltig – der Naturgarten
Wo die Hand des Menschen eingreift, da zieht sich die Natur meist zurück. Sehr gut gepflegte Gärten mögen ein Highlight für das Auge sein. Für die meisten Pflanzen und Tiere sind sie es hingegen nicht. Zu unökologisch wird dabei in der Regel gearbeitet. Ganz anders sieht das jedoch in einem Naturgarten aus.
Die chemische Keule und ihre Auswirkungen
Zunächst sollte betrachtet werden, wie einige Hobbygärtner ihr Grün behandeln. Das geschieht zwar mit offensichtlicher Liebe und Zuneigung zu den angebauten Gewächsen. Doch wird hierbei oft die Grenze vom Nützlichen zum Schädlichen übertreten. So finden Bäume zu einigen Gärten keinen Zutritt, da ihr Laub als unschön empfunden wird. Ist der Rasen mal wieder etwas länger, wird rigoros gemäht. Auf die Errichtung eines Komposthaufens wird verzichtet, alle anfallenden pflanzlichen Überreste werden verbrannt. Unkräutern geht es mit diversen chemischen Mitteln an den Kragen. Dasselbe Ungemach droht kleinen Käfern und anderen Insekten, die sich an den schönen Blumen laben. Und wehe dem Maulwurf, der einen solchen Garten betritt …
Die Natur braucht ihren Freiraum
Es stellt sich die Frage, wie in einem eben beschriebenen Garten überhaupt etwas von sich aus wachsen soll. Wo sollen die Tiere ihren Unterschlupf finden? Dort, wo die chemische Keule richtig zuhaut, da wächst sprichwörtlich kein Gras mehr. Ökologisch sinnvoll ist das jedoch nicht. Besser wäre dagegen der Anbau eines Naturgartens. Er setzt gezielt darauf, der Landschaft ihren Lebensraum zu belassen und diesen so wenig wie möglich kontrollieren zu wollen. Laub und Obst dürfen herumliegen, nicht jedes Kraut wird ausgerissen. Der Mensch erhält in einem solchen Garten die Möglichkeit, mit der Natur zu leben, statt sich wie ihr Feind zu verhalten.
Mit den vorhandenen Möglichkeiten auskommen – Der Naturgarten
Ein Naturgarten ist jedoch keine Grünfläche, die wild vor sich hin wuchern darf. Vielmehr ist damit ein Garten gemeint, in dem sich die Pflanzen und Tiere gegenseitig beeinflussen. Die Umwelt soll in diesem kleinen Rahmen so unbelastet wie möglich bleiben. Es werden daher regionale Pflanzen angebaut, in denen viele Tiere heimisch sind. Gewässert werden sie mit dem Regenwasser. Statt einer Terrasse aus Stein können Holzdielen verlegt werden. Vorrangig kommen somit Materialien zum Einsatz, die umweltverträglich abgebaut werden können. Der Garten soll gesund gedeihen. Das kommt wiederum dem Menschen zugute, der sich ebenso den Gefahren der Chemikalien nicht aussetzt. Zudem werden sich viele Pflanzen erst in einem solchen unverseuchten Garten in voller Pracht zeigen. Wahre Schönheit lässt sich daher nur selten in Formen zwängen. Wer sie sehen will, sollte der Natur eine Entfaltungsmöglichkeit bieten.
